Systemische Wirksamkeit gibt es schon. Und nicht nur theoretisch. Sie ist schon da, in der Welt der Organisationen. Sie wirkt schon.
Das heißt: So schwer ist das gar nicht. Man kann das einfach tun. Ohne von Komplexität überwältigt in die Knie zu gehen.

I Die Tafel tut es
EINE BRÜCKE ZWISCHEN ÜBERFLUSS UND BEDARF SCHLAGEN
Am 9.9.1999 gründen vier Studenten mit fünfhundert Schilling die Wiener Tafel, um eine Brücke zwischen Überfluss und Bedarf zu schlagen.
27 Jahre später verfolgt der Verein (mittlerweile: Die Tafel Österreich) immer noch das gleiche soziale und ökologische Ziel: Lebensmittelrettung und Armutsbekämpfung.
Anfangs belieferte man drei Sozialeinrichtungen kostenfrei mit Lebensmitteln, heute werden österreichweit mehr als 85.000 armutsbetroffene Menschen in 170 Sozialeinrichtungen versorgt.
Dabei geht es nicht nur ums Essen, Menschen werden sozialarbeiterisch betreut und es werden Perspektiven geschaffen. Der Handel ist ein wichtiger Partner für Lebensmittelrettung. Angetrieben von ökonomischen Erwägungen, begannen große Filialisten der Verschwendung selbst den Kampf anzusagen und eigene Labels mit „geretteten“ Lebensmitteln zu listen. Damit trug der Handel zwar dazu bei, den verantwortungslosen Umgang mit Lebensmitteln sichtbar zu machen; von dem ursprünglichen Anliegen, jenen zu geben, die zu wenig haben, blieb aber nichts übrig. Das Gleiche gilt für viele Start-ups, die sich der Lebensmittelrettung widmen.Die Tafel Österreich setzte wichtige Veränderungen in Gang und war - zumindest in ökologischer Hinsicht - durchaus wirksam geworden.
Indes nimmt die Armut in Österreich rasant zu. 1,5 Mio Menschen sind von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht, gleichzeitig werden immer noch 1 Mio Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Um dieser enormen gesellschaftlichen Herausforderung zu begegnen, hat Die Tafel Österreich eine breite Allianz von Unternehmen und Institutionen ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Brücke vom Überfluss zum Bedarf zu schlagen.
Woanders ist nicht das Ziel, sondern der Weg.

II Neunerhaus tut es
WOHNUNGSLOSIGKEIT KOOPERATIV BEENDEN
Die psychosozialen, politischen und kulturellen Errungenschaften des „Roten Wien“ gelten als historisch einzigartig. Bis heute reisen Delegationen aus aller Welt an, um beispielsweise zu erkunden, wie die Zwei-Millionen-Metropole mit städtischen Gemeindebauten für leistbaren Wohnraum sorgt. Und auch beim Umgang mit Obdachlosigkeit hat Wien mit einem traditionellen Credo gebrochen, wonach sich Betroffene erst psychisch und sozial stabilisieren müssen, bevor sie in einer eigenen Wohnung leben können.
Finnland war das erste Land in Europa, das diesen Glaubenssatz umdrehte. „Housing first“ lautet das Credo seither. Bis 2027, so das Ziel, soll es in dem skandinavischen Land keine dauerhaft wohnungslosen Menschen mehr geben.
Vor etwa zehn Jahren sprang der finnische Funke auf die Wiener Obdachlosenhilfe neunerhaus über.
Er ging mit der ebenso banalen wie bestechenden Einsicht einher, dass ein Dach über dem Kopf keine taugliche Belohnung für die Bewältigung einer Vielzahl von Auflagen ist, an denen Menschen in prekären Lebenslagen oft scheitern, sondern die Voraussetzung dafür, das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen: „Die eigene Wohnung, der eigene Mietvertrag und die dauerhafte Wohnperspektive beenden die Wohnungslosigkeit.“
Neunerhaus leitet mit strategischer, konzeptiver und operativer Arbeit – gemeinsam mit den Nachfahren des „Roten Wien“ – eine grundsätzliche Kehrtwendung in der Bekämpfung von Wohnungslosigkeit ein. Mitstreiter:innen arbeiten internationale Literatur zum Thema auf, realisieren ein Pilotprojekt und lassen es extern evaluieren. Außerdem treiben sie zweckdienliche Vernetzungen voran. Die Folge: Akteur:innen aus der städtischen Verwaltung, NGOs und Wohnbauträger verständigen sich auf das Prinzip „Housing First“. Und: Obdachlose Menschen erhalten erstmals reguläre Mietverträge.
Die Wirksamkeit des Ansatzes ist mittlerweile eindrucksvoll belegt. 93 Prozent der Bewohner:innen leben auch nach Beendigung der sozialpsychologischen Betreuung nach wie vor in der “Housing First“- Wohnung. Fünf Jahre später sind es immer noch 89 Prozent.

III Die österreichische Polizei tut es
SICH MIT DER MENSCHENRECHTSSZENE VERBINDEN
In den 1990er Jahren bewegt sich etwas in der österreichischen Polizei. Ein Professionalisierungsschub kommt in Gang. Nicht ganz freiwillig. Die Exekutive muss sichwiederholt mit Misshandlungsvorwürfen herumschlagen, interne Untersuchungen stoßen auf Widerstand, und oft schließen sich die Reihen in falsch verstandenem Corps-Geist allzu schnell. Das ändert sich allmählich. Die polizeiliche Arbeit wird auf eine solide rechtliche Basis gestellt, die Sicherheitsakademie wird initiiert, Kontakte zur Zivilgesellschaft werden geknüpft, der Gewaltschutz landet ganz oben auf der Agenda. Der Glaubenssatz, dass Polizeiund Menschenrechte nicht auf einen Nenner zu bringen sind, hält sich jedoch hartnäckig. Schwarz-Weiß-Denken blockiert den produktiven Austausch: Je nach Standpunkt sind die NGOs die Guten, die Polizei die Bösen. Und umgekehrt.
Als Walter Suntinger sich als Menschenrechts-Experte daran macht, in Trainings „das andere Ufer“ zu bearbeiten, erschließt sich das Grundproblem bald aus nächster Nähe. Leute wie er haben ein Feindpickerl auf der Stirn. Suntinger reizt die Ambivalenz: Die Polizei greift in Menschenrechte ein. Handelt sie überschießend, verletzt sie Menschenrechte, andererseits schützt sie diese, indem sie zum Beispiel gegen Gewalt im familiären Bereich vorgeht. Unternimmt sie nichts oder zu wenig, stellt dies ebenfalls eine Menschenrechtsverletzungdar. Die Polizei kann also auch als Menschenrechtsschutzorganisation verstanden werden. Dieses positive Reframing ihrer Rolle verändert die Trainingssituation unmittelbar. Die Frontstellung wird aufgebrochen und das vielschichtige Verhältnis zwischen Menschenrechten und Polizei kann konstruktivkritisch diskutiert werden. Damit ist eine – auch kommunikative – Brücke zwischen der Polizei und der Menschenrechtsszene geschlagen.
Der Menschenrechtsbeirat im Innenministerium nimmt die Idee der „Polizei als Menschenrechtsschutzorganisation“ auf, und das Ministerium ruft das Projekt PMMR (Polizei.Macht.Menschen.Rechte) ins Leben, um systemische Veränderungsprozesse anzustoßen. Diese machen sich an beiden „Ufern“ bemerkbar: Der Menschenrechts-Experte Suntinger zeigt sich nachhaltig beeindruckt von der Komplexität polizeilichen Einschreitens und der Professionalität, mit der Einsatztaktik geschult wird; auf der anderen Seite verinnerlichen immer mehr Beamtinnen und Beamte ein positives berufliches Selbstbild – wonach ihr professionelles Handeln Menschenrechte nicht gefährdet, sondern diese vielmehr garantiert, die Legitimität der Exekutive sichert, ihr Ansehen bei der Bevölkerung und die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit erhöht, die Zahl von Beschwerden verringert, Ressourcen schont und am Ende den sozialen Frieden wahrt.
Suntinger schreibt diese neue Glaubenssätze in einem Handbuch nieder, nach dem mittlerweile unterrichtet wird.

IV. Die Heinzel Group tut es
KREISLAUFWIRTSCHAFT ERNST NEHMEN
Die Geschichte der Heinzel Group beginnt mit einem Rückkauf. Wilfried Heinzel hatte die Papierfabrik in Laakirchen 1988 an den SCA-Konzern veräußert. Sein Neffe, Alfred Heinzel, kauft die Produktionsstätte 2013 zurück und legt damit den Grundstein für eine inzwischen beachtlich gewachsene Unternehmensgruppe (Zellstoffproduktion:500.000 Tonnen; Papier:1.000.000 Tonnen; Handel: 3.500.000 Tonnen; Altpapiersammlung: 1.000.000 Tonnen).2022 übernimmt Alfred Heinzels Sohn Sebastian.
Mit dem Generationenwechsel wird Nachhaltigkeit – ungeachtet schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen– integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und damit vordringliches Prinzip industriellen Produzierens. Sebastian Heinzel sucht gezielt produktive Irritation. So holt der neue Eigentümer und CEO Fridays for Future-Aktivistinnen auf die Bühne. Vor hundert Führungskräften legen sie ihre Visionen für eine sozialökologische Transformation dar und laden die anwesenden Managerinnen und Manager ein, sich im Feld der nachhaltigen Transformation zwischen denPolen Interesse und Einfluss einzuordnen.
„Wir wollen Teil der Lösung sein“, lautet die Devise der Heinzel Group. Weil sie allein ein Prozent des Gases in Österreich verbraucht, ist jeder Schritt in Richtung Umstieg auf eine erneuerbare Energieversorgung ein nennenswerter Beitrag für eine lebenswerte Zukunft.Hohe Investitionen wie etwa den Erwerb der Papierfabrik Steyrermühl tätigt die Unternehmensgruppe mit Blick auf dieses übergeordnete Ziel. Dafür begräbt man sogar die historische „Feindschaft“ der beiden am selben Standort angesiedelten Papierfabriken Steyrermühl und Laakirchen Papier. Man will „Kreisläufe schließen“, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht der Heinzel Group. Das könnte ein Vorsatz bleiben. Die Heinzel Group jedoch verabschiedet sich tatsächlich von dem weit verbreiteten, hinderlichen Credo, dass Nachhaltigkeit ein ökonomisches Wagnis sei und sich niemals rechne, und gestaltet das Kerngeschäft – die Produktion von Papier – in RichtungKreislaufwirtschaft um. Riesige Maschinen werden mit viel Geld umgerüstet, damit Recyclingstoffe verarbeitet werden können.
Sebastian Heinzel gilt mittlerweile als gefragter Impulsgeber auf Tagungen und Konferenzen. Die Überzeugungen des Unternehmers erweisen sich insofern als einflussreich, als Heinzel „eigenes Geld“ in die Hand nimmt – und damit in der Rolle des zuversichtlichenVordenkers besonders glaubwürdig ist.
Systemische Wirksamkeit gibt es schon. Und nicht nur theoretisch. Sie ist schon da, in der Welt der Organisationen. Sie wirkt schon.
Das heißt: So schwer ist das gar nicht. Man kann das einfach tun. Ohne von Komplexität überwältigt in die Knie zu gehen.

I Die Tafel tut es
EINE BRÜCKE ZWISCHEN ÜBERFLUSS UND BEDARF SCHLAGEN
Am 9.9.1999 gründen vier Studenten mit fünfhundert Schilling die Wiener Tafel, um eine Brücke zwischen Überfluss und Bedarf zu schlagen.
27 Jahre später verfolgt der Verein (mittlerweile: Die Tafel Österreich) immer noch das gleiche soziale und ökologische Ziel: Lebensmittelrettung und Armutsbekämpfung.
Anfangs belieferte man drei Sozialeinrichtungen kostenfrei mit Lebensmitteln, heute werden österreichweit mehr als 85.000 armutsbetroffene Menschen in 170 Sozialeinrichtungen versorgt.
Dabei geht es nicht nur ums Essen, Menschen werden sozialarbeiterisch betreut und es werden Perspektiven geschaffen. Der Handel ist ein wichtiger Partner für Lebensmittelrettung. Angetrieben von ökonomischen Erwägungen, begannen große Filialisten der Verschwendung selbst den Kampf anzusagen und eigene Labels mit „geretteten“ Lebensmitteln zu listen. Damit trug der Handel zwar dazu bei, den verantwortungslosen Umgang mit Lebensmitteln sichtbar zu machen; von dem ursprünglichen Anliegen, jenen zu geben, die zu wenig haben, blieb aber nichts übrig. Das Gleiche gilt für viele Start-ups, die sich der Lebensmittelrettung widmen.Die Tafel Österreich setzte wichtige Veränderungen in Gang und war - zumindest in ökologischer Hinsicht - durchaus wirksam geworden.
Indes nimmt die Armut in Österreich rasant zu. 1,5 Mio Menschen sind von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht, gleichzeitig werden immer noch 1 Mio Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Um dieser enormen gesellschaftlichen Herausforderung zu begegnen, hat Die Tafel Österreich eine breite Allianz von Unternehmen und Institutionen ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Brücke vom Überfluss zum Bedarf zu schlagen.
Woanders ist nicht das Ziel, sondern der Weg.

II Neunerhaus tut es
WOHNUNGSLOSIGKEIT KOOPERATIV BEENDEN
Die psychosozialen, politischen und kulturellen Errungenschaften des „Roten Wien“ gelten als historisch einzigartig. Bis heute reisen Delegationen aus aller Welt an, um beispielsweise zu erkunden, wie die Zwei-Millionen-Metropole mit städtischen Gemeindebauten für leistbaren Wohnraum sorgt. Und auch beim Umgang mit Obdachlosigkeit hat Wien mit einem traditionellen Credo gebrochen, wonach sich Betroffene erst psychisch und sozial stabilisieren müssen, bevor sie in einer eigenen Wohnung leben können.
Finnland war das erste Land in Europa, das diesen Glaubenssatz umdrehte. „Housing first“ lautet das Credo seither. Bis 2027, so das Ziel, soll es in dem skandinavischen Land keine dauerhaft wohnungslosen Menschen mehr geben.
Vor etwa zehn Jahren sprang der finnische Funke auf die Wiener Obdachlosenhilfe neunerhaus über.
Er ging mit der ebenso banalen wie bestechenden Einsicht einher, dass ein Dach über dem Kopf keine taugliche Belohnung für die Bewältigung einer Vielzahl von Auflagen ist, an denen Menschen in prekären Lebenslagen oft scheitern, sondern die Voraussetzung dafür, das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen: „Die eigene Wohnung, der eigene Mietvertrag und die dauerhafte Wohnperspektive beenden die Wohnungslosigkeit.“
Neunerhaus leitet mit strategischer, konzeptiver und operativer Arbeit – gemeinsam mit den Nachfahren des „Roten Wien“ – eine grundsätzliche Kehrtwendung in der Bekämpfung von Wohnungslosigkeit ein. Mitstreiter:innen arbeiten internationale Literatur zum Thema auf, realisieren ein Pilotprojekt und lassen es extern evaluieren. Außerdem treiben sie zweckdienliche Vernetzungen voran. Die Folge: Akteur:innen aus der städtischen Verwaltung, NGOs und Wohnbauträger verständigen sich auf das Prinzip „Housing First“. Und: Obdachlose Menschen erhalten erstmals reguläre Mietverträge.
Die Wirksamkeit des Ansatzes ist mittlerweile eindrucksvoll belegt. 93 Prozent der Bewohner:innen leben auch nach Beendigung der sozialpsychologischen Betreuung nach wie vor in der “Housing First“- Wohnung. Fünf Jahre später sind es immer noch 89 Prozent.

III Die österreichische Polizei tut es
SICH MIT DER MENSCHENRECHTSSZENE VERBINDEN
In den 1990er Jahren bewegt sich etwas in der österreichischen Polizei. Ein Professionalisierungsschub kommt in Gang. Nicht ganz freiwillig. Die Exekutive muss sichwiederholt mit Misshandlungsvorwürfen herumschlagen, interne Untersuchungen stoßen auf Widerstand, und oft schließen sich die Reihen in falsch verstandenem Corps-Geist allzu schnell. Das ändert sich allmählich. Die polizeiliche Arbeit wird auf eine solide rechtliche Basis gestellt, die Sicherheitsakademie wird initiiert, Kontakte zur Zivilgesellschaft werden geknüpft, der Gewaltschutz landet ganz oben auf der Agenda. Der Glaubenssatz, dass Polizeiund Menschenrechte nicht auf einen Nenner zu bringen sind, hält sich jedoch hartnäckig. Schwarz-Weiß-Denken blockiert den produktiven Austausch: Je nach Standpunkt sind die NGOs die Guten, die Polizei die Bösen. Und umgekehrt.
Als Walter Suntinger sich als Menschenrechts-Experte daran macht, in Trainings „das andere Ufer“ zu bearbeiten, erschließt sich das Grundproblem bald aus nächster Nähe. Leute wie er haben ein Feindpickerl auf der Stirn. Suntinger reizt die Ambivalenz: Die Polizei greift in Menschenrechte ein. Handelt sie überschießend, verletzt sie Menschenrechte, andererseits schützt sie diese, indem sie zum Beispiel gegen Gewalt im familiären Bereich vorgeht. Unternimmt sie nichts oder zu wenig, stellt dies ebenfalls eine Menschenrechtsverletzungdar. Die Polizei kann also auch als Menschenrechtsschutzorganisation verstanden werden. Dieses positive Reframing ihrer Rolle verändert die Trainingssituation unmittelbar. Die Frontstellung wird aufgebrochen und das vielschichtige Verhältnis zwischen Menschenrechten und Polizei kann konstruktivkritisch diskutiert werden. Damit ist eine – auch kommunikative – Brücke zwischen der Polizei und der Menschenrechtsszene geschlagen.
Der Menschenrechtsbeirat im Innenministerium nimmt die Idee der „Polizei als Menschenrechtsschutzorganisation“ auf, und das Ministerium ruft das Projekt PMMR (Polizei.Macht.Menschen.Rechte) ins Leben, um systemische Veränderungsprozesse anzustoßen. Diese machen sich an beiden „Ufern“ bemerkbar: Der Menschenrechts-Experte Suntinger zeigt sich nachhaltig beeindruckt von der Komplexität polizeilichen Einschreitens und der Professionalität, mit der Einsatztaktik geschult wird; auf der anderen Seite verinnerlichen immer mehr Beamtinnen und Beamte ein positives berufliches Selbstbild – wonach ihr professionelles Handeln Menschenrechte nicht gefährdet, sondern diese vielmehr garantiert, die Legitimität der Exekutive sichert, ihr Ansehen bei der Bevölkerung und die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit erhöht, die Zahl von Beschwerden verringert, Ressourcen schont und am Ende den sozialen Frieden wahrt.
Suntinger schreibt diese neue Glaubenssätze in einem Handbuch nieder, nach dem mittlerweile unterrichtet wird.